Bei einem offenen Transfergeschäft genügt es nicht, dass der Agent irgendwann Kontakt zu einem Verein hatte. Die Prüfung muss zeigen, welche Leistung beauftragt war, wann sie erbracht wurde und ob sie mit dem späteren Geschäft zusammenhängt. Dazu gehören etwa die Kontaktanbahnung, ein konkretes Angebot, die Vorbereitung von Verhandlungen oder die Übermittlung eines Vertragsentwurfs.
Ordnen Sie die Unterlagen als Zeitstrahl. Beginnen Sie mit dem Vertretungsvertrag und seinen Nachträgen. Danach folgen Vollmachten, Angebote, E-Mails, Nachrichten, Gesprächsnotizen, Entwürfe, die Kündigung und der spätere Arbeits- oder Transfervertrag. So wird erkennbar, ob die entscheidenden Leistungen vor dem Ende des Agentenvertrags erbracht wurden.
Art 16 Abs 4 lit b verpflichtet den Agenten auf Anfrage, unter anderem die relevanten Vereinbarungen, den Arbeitsvertrag und eine Übersicht über Zahlungen im Zusammenhang mit einer Transaktion herauszugeben. Auch wenn eine konkrete Streitfrage noch offen ist, sollte die Dokumentation nicht durch eine pauschale Rechnung ersetzt werden.
Die FIFA-Regeln verbieten außerdem, einen Spieler mit dem Ziel anzusprechen oder Verhandlungen zu führen, um ihn ohne wichtigen Grund zur vorzeitigen Beendigung seines Arbeitsvertrags zu bewegen. Eine Kündigung des Agentenvertrags darf daher nicht mit einem unzulässigen Eingriff in den Spielervertrag verwechselt werden.