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Dienstzeugnis im Profisport: Ausstellung und Berichtigung

Welche Angaben ein Dienstzeugnis im Profisport enthalten muss, was unzulässig ist und wie Spieler ein fehlerhaftes Zeugnis berichtigen lassen.

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Hinter jeder Mandatsbetreuung steht ein eingespieltes Team aus Rechtsanwälten, Juristen und Spezialisten. Fragen zum Spielervertrag prüfen wir mit Blick auf Vertrag, Beweise, Fristen und wirtschaftliche Folgen.

8. September 2026 · Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt

Endet ein Dienstverhältnis im Profisport, kann der Spieler ein schriftliches Dienstzeugnis verlangen. Es soll Dauer und Art der Tätigkeit korrekt wiedergeben und darf den nächsten Vereinswechsel nicht durch nachteilige Angaben erschweren.

Für die Prüfung zählen deshalb drei Fragen: Wurde das Zeugnis ausgestellt, enthält es die gesetzlich erforderlichen Angaben und ist eine Formulierung sachlich oder rechtlich problematisch? Ein fehlerhaftes oder verweigertes Zeugnis lässt sich gezielt berichtigen oder einfordern.

Kurze Einordnung

Welche Frage zum Dienstzeugnis soll geprüft werden?

Wählen Sie die Situation, die Ihrem Vertragsende am nächsten kommt. Die Einordnung zeigt, welche Unterlagen Sie für den nächsten Schritt ordnen sollten.

Sie können Ihre Situation gleich hier weiterleiten.

01 Frage 1

Aus welcher Rolle prüfen Sie das Zeugnis?

Ergebnis

Ihre Einschätzung

01

Wenn das Endzeugnis fehlt, sollte der Anspruch schriftlich und nachvollziehbar eingefordert werden.

Ordnen Sie Vertragsende, Dienstvertrag und bisherige Anfragen. Fordern Sie das schriftliche Dienstzeugnis mit konkreter Frist an und bewahren Sie den Zustellnachweis auf.

02

Fehlende oder falsche Angaben müssen mit Vertrag, Tätigkeitsbild und tatsächlichem Einsatz verglichen werden.

Markieren Sie jede Abweichung im Zeugnis und stellen Sie die passende Vertragsstelle, Nachträge und Einsatzunterlagen daneben. Verlangen Sie anschließend eine sachlich richtige Fassung.

03

Eine versteckte oder offene negative Wertung darf den Zugang zu einer neuen Stelle nicht erschweren.

Halten Sie die konkrete Formulierung und ihren Zusammenhang fest. Prüfen Sie, ob eine sachliche Berichtigung zum einfachen Zeugnis verlangt werden sollte.

Wann ein Spieler ein Dienstzeugnis verlangen kann

§ 39 Angestelltengesetz verpflichtet den Dienstgeber, dem Angestellten bei Beendigung des Dienstverhältnisses auf Verlangen ein schriftliches Zeugnis über die Dauer und die Art der Dienstleistung auszustellen. Für einen Profifußballer knüpft der Anspruch damit an das Ende des Dienstverhältnisses an. Die Bezeichnung des Vertrags als Spielervertrag ändert daran nichts, wenn ein entsprechendes Dienstverhältnis vorliegt.

Der Anspruch entsteht auf Verlangen. Der Verein muss das Endzeugnis daher nicht ungefragt übermitteln. Sinnvoll ist eine schriftliche Anfrage unmittelbar nach dem Vertragsende. Sie sollte das Enddatum, den Namen des Spielers und die Bitte um ein unterschriebenes Zeugnis enthalten.

Im Profisport fällt das Vertragsende oft mit einem Vereinswechsel, einer Abmeldung oder einer neuen Verhandlung zusammen. Das Zeugnis gehört dann zu den Unterlagen des bisherigen Dienstverhältnisses. Fragen zur Registrierung oder zu Leistungsdaten sind davon getrennt zu halten. Der Beitrag zum GPS-Tracking und zu Leistungsdaten behandelt einen anderen Dokumentationsbereich.

Welche Angaben das Dienstzeugnis enthalten muss

Ein einfaches Dienstzeugnis muss die Person des Arbeitnehmers, den Arbeitgeber, die Dauer des Arbeitsverhältnisses und die Art der Tätigkeit erkennen lassen. Der Verein sollte seine genaue Bezeichnung verwenden. Beim Spieler muss aus der Tätigkeitsbeschreibung ein klares Bild davon entstehen, welche Aufgaben er im Dienstverhältnis ausgeübt hat.

Bei einem Spieler können dazu je nach Vertrag und tatsächlichem Aufgabenbereich etwa die Tätigkeit als Profifußballer, die Zugehörigkeit zum Kader und weitere vertraglich geschuldete Aufgaben gehören. Die Formulierung muss den tatsächlichen Verlauf abbilden. Hat sich der Aufgabenbereich geändert, sollten die verschiedenen Tätigkeiten nachvollziehbar aufscheinen.

Die Bezeichnung der Position auf dem Spielfeld ersetzt die Tätigkeitsbeschreibung nicht immer. Entscheidend ist der arbeitsvertragliche und tatsächliche Aufgabenbereich. Vertragsnachträge, Einsatzpläne und schriftliche Aufgabenbeschreibungen helfen, Lücken sachlich zu klären.

Welche Formulierungen im Zeugnis unzulässig sind

§ 39 AngG verbietet Eintragungen und Anmerkungen, durch die dem Angestellten die Erlangung einer neuen Stellung erschwert wird. Das betrifft offene negative Hinweise ebenso wie Formulierungen, die nach ihrem Zusammenhang eine nachteilige Botschaft transportieren. Ein Dienstzeugnis darf den nächsten Karriereschritt nicht gezielt behindern.

Der Verein muss deshalb sorgfältig zwischen Tatsachen und Wertungen unterscheiden. Das Zeugnis kann Dauer und Art der Dienstleistung beschreiben. Eine interne Funktion als Interessenvertreter darf nach der arbeitsrechtlichen Orientierung der Arbeiterkammer nicht in das Zeugnis aufgenommen werden. Auch eine Darstellung, die einen Streit oder die Beendigung des Vertrags unnötig negativ markiert, braucht eine genaue Prüfung.

Der Spieler sollte den vollständigen Wortlaut lesen und einzelne Sätze nicht isoliert bewerten. Überschrift, Reihenfolge, Auslassungen und Schlussformel können den Gesamteindruck beeinflussen. Für die Korrektur kommt es anschließend auf die konkrete Formulierung und ihre sachliche Grundlage an.

Was der Anspruch auf ein einfaches Zeugnis umfasst

Der gesetzliche Anspruch bezieht sich auf ein einfaches Dienstzeugnis. Es bestätigt die wesentlichen Eckdaten des Dienstverhältnisses und die Art der Tätigkeit. Ein Anspruch auf eine Beurteilung der Arbeitsleistung oder auf eine besonders positive Formulierung besteht nach der arbeitsrechtlichen Information der Arbeiterkammer nicht.

Das ist für Spieler wichtig, wenn ein Verein ein ausführliches Leistungszeugnis verweigert. Die Weigerung, eine bestimmte positive Bewertung aufzunehmen, bedeutet nicht automatisch, dass das gesamte Zeugnis rechtswidrig ist. Zu prüfen bleiben aber die Pflichtangaben, die sachliche Richtigkeit und das Verbot nachteiliger Eintragungen.

Ein Spieler kann dem Verein einen eigenen Entwurf vorschlagen. Der Verein muss diesen Entwurf nicht unverändert übernehmen. Eine solche Vorlage kann dennoch helfen, Kaderzugehörigkeit, Vertragsdauer und konkrete Tätigkeiten vollständig und sachlich zu erfassen.

Wie Spieler das Zeugnis anfordern und prüfen

Die Anfrage sollte schriftlich erfolgen und den Zugang nachweisen lassen. Führen Sie das Ende des Dienstverhältnisses an und bitten Sie um Ausstellung eines unterschriebenen Dienstzeugnisses. Eine kurze sachliche Formulierung erleichtert später den Nachweis, was verlangt wurde und wann der Verein davon erfahren hat.

Nach Erhalt sollten Spieler das Zeugnis mit dem Vertrag, Nachträgen und dem tatsächlichen Tätigkeitsbild vergleichen. Prüfen Sie Name und Arbeitgeber, Beginn und Ende, die Bezeichnung der Tätigkeit sowie allfällige Aussagen, die den Wechsel zu einem neuen Verein erschweren könnten. Markieren Sie jede Abweichung im Dokument und notieren Sie die passende Gegenquelle.

Auch bei einem Wechsel in die Nationalmannschaft oder aus ihr zurück in den Verein bleibt das Dienstzeugnis eine Frage des bisherigen Dienstverhältnisses. Die Abstellung und ihre organisatorischen Folgen behandelt der Beitrag zu Nationalmannschaft und Spielervertrag.

Wie ein fehlerhaftes Zeugnis berichtigt wird

Entspricht das Zeugnis inhaltlich oder formal nicht den gesetzlichen Vorgaben, kann der Spieler eine korrekte Fassung verlangen. Das gilt etwa bei einem falschen Zeitraum, einer unzutreffenden Tätigkeitsbeschreibung oder einer unzulässigen nachteiligen Formulierung. Das Berichtigungsverlangen sollte den beanstandeten Wortlaut und die gewünschte sachliche Fassung genau nennen.

Verweigert der Verein die Ausstellung oder Berichtigung, empfiehlt sich eine schriftliche Aufforderung mit angemessener Frist und Zustellnachweis. Legen Sie die Korrekturpunkte übersichtlich dar und behalten Sie die ursprüngliche Fassung. Die Arbeiterkammer weist darauf hin, dass der Anspruch bei weiterer Weigerung beim Arbeits- und Sozialgericht eingeklagt werden kann.

Bei der Durchsetzung müssen auch Verfallsbestimmungen aus Kollektivvertrag oder Dienstvertrag beachtet werden. Sie können kürzere Fristen für die schriftliche Geltendmachung einzelner Ansprüche vorsehen. Deshalb sollte ein Spieler mit der Prüfung nicht bis zum nächsten Vereinswechsel warten.

Häufige Fragen zum Dienstzeugnis im Profisport

Muss der Verein ein Dienstzeugnis automatisch ausstellen?
Nein. Bei Beendigung des Dienstverhältnisses kann der Spieler nach § 39 AngG ein schriftliches Zeugnis verlangen. Die Anfrage sollte schriftlich und nachweisbar erfolgen.

Welche Angaben muss das Zeugnis enthalten?
Es muss insbesondere die Person des Spielers, den Arbeitgeber, die Dauer des Dienstverhältnisses und die Art der Tätigkeit erkennen lassen. Die Tätigkeitsbeschreibung muss den tatsächlichen Aufgabenbereich sachlich wiedergeben.

Hat ein Spieler Anspruch auf eine positive Leistungsbewertung?
Der gesetzliche Anspruch umfasst ein einfaches Dienstzeugnis. Eine ausführliche Bewertung der Qualität der Leistungen oder eine bestimmte besonders positive Formulierung kann der Spieler nicht allein aus § 39 AngG verlangen.

Darf ein Verein einen Streit oder eine Kündigung negativ erwähnen?
Das Zeugnis darf den Zugang zu einer neuen Stelle nicht erschweren. Ob eine konkrete Formulierung unzulässig ist, hängt vom Wortlaut und Zusammenhang ab und sollte am vollständigen Zeugnis geprüft werden.

Was kann ein Spieler bei einem falschen Zeugnis tun?
Fordern Sie die Berichtigung schriftlich an, nennen Sie die beanstandeten Stellen und legen Sie die sachlich richtige Fassung oder die passenden Unterlagen bei. Bei weiterer Weigerung kommt eine gerichtliche Durchsetzung in Betracht.

Das Wichtigste für die nächsten Schritte

Sichern Sie zunächst das Vertragsende, den vollständigen Spielervertrag, alle Nachträge und das erhaltene Zeugnis. Ordnen Sie die tatsächlichen Tätigkeiten und markieren Sie fehlende, falsche oder nachteilige Angaben.

Fordern Sie ein fehlendes Zeugnis oder eine konkrete Berichtigung schriftlich an. Prüfen Sie zusätzlich, ob ein Kollektivvertrag oder der Vertrag eine Verfallsfrist für die Geltendmachung vorsieht. So bleibt der Anspruch auch beim raschen Wechsel zu einem neuen Verein nachvollziehbar.

Kontakt zur Kanzlei
Wenn Sie ein Dienstzeugnis nach dem Ende eines Spielervertrags prüfen oder berichtigen lassen möchten, übermitteln Sie Vertrag, Nachträge, Zeugnis und Schriftverkehr. Mag. Bernhard Brandauer, Rechtsanwalt, klärt mit Ihnen die nächsten sinnvollen Schritte.

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